200 Hektar Natur unbefugt umgepflügt

Kreis Soest (kso-rn). Es ist nicht nur ein Ärgernis, es gehen auch ökologisch wertvolle Flächen verloren. Kataster- und Luftbildauswertungen der Unteren Landschaftsbehörde haben ergeben, dass zurzeit kreisweit über 200 Hektar öffentliche Flächen, zum Beispiel frühere Graswege oder Wegeseitenstreifen, unbefugt landwirtschaftlich genutzt werden. In einer einstimmig verabschiedeten Resolution wendet sich der Landschaftsbeirat gegen diese Praxis.
„Ich habe das Problem und seine Größenordnung unterschätzt“, leitete Beiratsvorsitzender Dirk Schulze-Gabrechten während der Sitzung am Montag (11-4-11) im Soester Kreishaus in das Thema ein. Es handele sich um für die Hellweg-Börde wichtige Lebensräume, die Pflanzen und Tieren nicht mehr zur Verfügung stehen. Mit der Resolution solle erreicht werden, dass die Problematik auch vor Ort in den zuständigen Gremien, zum Beispiel in den Umweltausschüssen der Städte und  Gemeinden, diskutiert wird. „Ziel muss es sein, die Flächen zurückzuführen“, gab Schulze-Gabrechten als Devise aus.

Der Landschaftsbeirat appelliert in der Resolution an die Kommunen, mit Hilfe einer EDV-Unterstützung des Kreises zu überprüfen, ob und in welchen Umfang kommunale Grundstücke unbefugt genutzt werden. Nach Abschluss dieser Auswertungen sollten die Gemeinden dann darauf hinwirken, dass grüne Wege und Wegeseitenstreifen wieder in der gesamten Flurstückgröße hergestellt werden, empfiehlt der Landschaftsbeirat.

Der Beirat verweist auf das Beispiel der Gemeinde Lippetal, die ihre Wegeränder bereits 2006 durch eine Verordnung besonders geschützt und das Vernichten des Pflanzenbewuchses oder die anderweitige Nutzung der Banketten und Wegränder verboten hat. Auch das Unterhaltungs- und Pflegekonzept für Wegeränder, dass die Gemeinde Möhnesee 2010 aufgestellt hat, halten die Mitglieder für vorbildlich.

Die Straßenbaulastträger beziehen die Beiratsmitglieder in ihren Appell ein. Hecken sollten nicht zu oft „auf den Stock“ gesetzt werden. Außerdem setzt das Gremium dafür ein, Obstbäume am Straßenrand zu erhalten. Eine Fällung ohne Nachpflanzung dürfe es nicht geben.

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