„Aus gegebenem Anlass…“

Das wird ein Abgesang auf meine „12-6“, ein gehämmertes Jährlingsweibchen, das eben noch zwei Junge groß zog und nun wieder für die neue Saison mit trainierte. Ich fand sie gleich neben der Einfahrt in einem metergroßen Federkreis, in dem auch schon zwei interessierte Krähen hockten. Sie hatten sie wohl dem Greif abgejagt, aber zu spät – man sah allein die tödlich tiefen Wunden der messerscharfen Fänge.
Bei mir war es das dritte Greifvogel-Opfer dieses Winters. Bei vielen Kollegen ist das weitaus schlimmer. So schlimm, dass viele während der sechs Monate um den Jahreswechsel ihre Tauben gar nicht mehr nach draußen lassen.
Doch jeder Verlust hinterläßt nun mal Traurigkeit, dazu aber auch eine verzweifelte Bitterkeit, dass dieses Elend durch eine Klientel von Mitmenschen verursacht wird. Diese Leute haben unter dem Mantel des hehren Naturschutzes für eine Überpopulation der Greife gesorgt, hören nicht auf, an den naturwidrigsten Stellen Falkenhorste zu errichten, mit Webcams auszustatten und sich dafür auch noch feiern zu lassen. Dabei bringen diese Unbelehrbaren ohne Nachdenken die Natur immer mehr durcheinander.
Sorgsam bewacht und beklatscht wachsen in den künstlichen Horsten Generationen auf Generationen heran. Der Bestandsdruck bei den Greifen ist inzwischen fast überall so groß, dass sie sich neue Lebensgründe dort suchen müssen, wo sie noch nie gesichtet wurden. Sperber, Habichte, Falken, die sich am Himmel drängen,  dürfen selbst bei offenkundiger Überpopulation nicht  bejagt werden. Junges Wild, Feldflüchter, Singvögel – alles wird stattdessen weggefangen. Doch die gefeierten Falkenhorst-Schöpfer (auch noch mit Spenden für den „guten Zweck“ reichlich ausgestattet) sind nicht zu bremsen. Ein seltsamer Naturschutz, der die Natur durcheinander bringt und nachhaltig verfälscht. Es bleibt viel Bitterkeit!

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Jetzt wird es lausekalt!

Vorsorglich hatte ich gestern bereits den östlichen Schlag – Dachschräge unter den Pfannen – leer geräumt, in dem noch einige Späte saßen. Jetzt tummeln sich alle im Witwer- und Weibchenschlag, die miteinander verbunden sind.
Unter den Tränken, denen nun immer Blautinktur zugesetzt wird, stehen die Heizungen. Trotzdem kullern beim Wasserwechsel noch Eisklumpen in den Ausfluss. Das soll nun noch eine Woche so weiter gehen.
Nach einem Tag Pause hatten die Tauben heute (31-1-12) wieder Freiflug, wobei einige Paare lieber in den Zellen blieben. Vorgestern gab es mal wieder einen Raubvogel-Angriff. Ich hab mir die Kehle aus dem Hals geschrieen, und es hat wieder gewirkt. Es rieselten nur einige Federn zu Boden. Die Krähen kamen auch sofort schimpfend heran und haben mir geholfen, den Greif zu vertreiben.
Ich halte gar nichts davon, die Rennmannschaft ein halbes Jahr lang während der Herbst- und Winterzeit einzusperren. Für Hochleistungssportler, die dann meist auch noch auf Gersten- oder Reis-Diät gesetzt werden, kann das doch nicht gut sein. Viele behaupten, es ginge nicht anders. Aber warum sollte es bei uns – inmitten von Wäldern, Natur- und Vogelschutzgebieten mit renaturierten Wasserläufen – eine kleinere Greifvogel-Population geben? Die immer wieder aufflackernden Diskussionen darüber finden kein Ende, weil sich schlecht herausfinden läßt, wo sich eventuell Gewohnheit und Bequemlichkeit zur angeblichen Notwendigkeit wandeln.


Was zum Angucken…

Nochmal ein schöner Tauben-Auflass:

stern.de – 2011-03-04 22:37:05

Harter Kerl ganz weich: Es ist Liebe: Tyson und die Tauben
Lachen Sie ruhig, aber Mike Tyson kann auch anders: Der bissige Boxer hat verraten, dass er seit Jahren Tauben züchtet. Weil ihn das ans Boxen erinnert…
Schöne Bilder!
URL: http://www.stern.de/lifestyle/leute/harter-kerl-ganz-weich-es-ist-liebe-tyson-und-die-tauben-1660247.html